IPad Pro 10.5 Zoll im Praxistest (erste Erfahrungen)

Diejenigen unter euch, die mich schon etwas länger kennen werden wissen, dass ich ein begeisterter Gadget Nerd bin. Vor einiger Zeit habe ich mir ein iPad Pro (das ‚Kleine‘ mit 10.5 Zoll Bildschirmdiagonale) zugelegt. Vielleicht hilft euch mein Beitrag etwas bei der eigenen Entscheidungsfindung.

Wofür nutze ich ein iPad?

Mein Ziel ist da sehr weit gesteckt – ich möchte damit möglichst viel erledigen, wofür ich bisher einen Rechner oder ein Laptop gebraucht habe. Und das sind bei mir eigentlich die folgenden Aufgaben:

  • Verfassen von Blogbeiträgen
  • Bearbeiten von DSLR Fotos
  • Nutzung als Home PC (Drucken, E-Mails, Surfen)
  • Nutzung im Job (Notizbuch und Aufgabenverwaltung / Mails)

Wie sich das Gerät dafür bisher bewährt hat? Lest einfach weiter…

Verfassen von Blogbeiträgen

Alle Beiträge auf ITCAMPER.BLOG sind auf dem iPad entstanden – ich habe sie mit dem Apple Smart Keyboard geschrieben. Das funktioniert auch einwandfrei – obwohl ich bestimmt zwei Tage gebraucht habe, um mich an die Tastatur zu gewöhnen. Die ist ausreichen groß für meine Finger – der Hub der Tasten ist vom Design her bedingt allerdings recht kurz. Daher dürfte die Tastatur für Vielschreiber vermutlich eher die schlechtere Wahl darstellen. Für kurze Texte wie Blogs, oder Mails und dergleichen passt es aber. Wer eine Doktorarbeit damit schreiben möchte, wird übrigens auch fündig: Die Slim Combo von Logitech verfügt über einen größeren Hub bei den Tasten – und diesen sind auch noch beleuchtet. Zusätzlich dazu hat das Keyboard auch noch Sondertasten für das iPad. Sie ist klar besser (ich habe sie ausprobiert) – das kommt aber mit einem Preis: Das Case für das iPad trägt sehr dick auf. Und das war letztendlich für mich das KO Argument gegen die Logitech Lösung. Wenn du allerdings dich mit dem Gedanken trägst, viel zu schreiben, dann würde ich dir das 12.9 Zoll iPad zusammen mit dem Logitech Keyboard empfehlen.

Als Blog Plattform nutze ich WordPress – und schreibe dort aktuell mit zwei Werkzeugen: Der offiziellen WordPress App und Blogo, einem Editor, der vom Design her rein auf das Schreiben fokussiert ist.

Bearbeiten von DSLR Fotos

Das ist eigentlich mein Haupteinsatzgebiet im privaten Bereich. Ich fotografiere viel mit einer DSLR (Canon EOS 7D). Die Files daraus sind sehr groß, und bisher habe ich alles mit Lightroom und Photoshop am PC erledigt. Seit der Umstellung auf ein Abo-Modell nervt mich das Ganze allerdings mehr und mehr. Auch hier gibt es eine gute Alternative: Affinity Photo – eine voll auf dem iPad funktionsfähige Software, die gut mit dem Apple Pencil zusammen arbeitet.

Affinity Photo

Zusammen mit dem USB Verbindungskabel eine traumhafte Kombination. Tipp: Das ist einer der wenigen Punkte, warum man mehr als 64 GB Speicher auf dem iPad sich holen sollte. Die RAW Dateien sind sehr groß, und je mehr Speicher zur Verfügung steht, umso besser.

Von der Power her ist der SoC des Pro Modells absolut ausreichend. Der A10X Prozessor macht das Arbeiten mit mehreren Ebenen und Effekten so gut wie in Echtzeit möglich.

Nutzung als Home PC

Vergessen wir eine Tatsache nicht – das iPad Pro ist teuer. Es nur zum Surfen oder für die sozialen Medien einzusetzen ist zwar möglich, tut dem Gerät aber keinen Gefallen (mal ganz abgesehen vom eigenen Geldbeutel). Daher war mir wichtig, dass es meinen privaten PC ersetzen kann. Das hat es geschafft – wobei ich aber sagen muss, dass ich (mit Ausnahme von Bildbearbeitung – siehe oben) nicht viel mit meinem PC daheim gemacht habe. Briefe schreiben, E-Mails checken, drucken mittels eines AirPrint fähigen Druckers – all diese Aufgaben meistert das iPad mit Bravour. Und für die spielerischen Momente im Leben muss die PlayStation herhalten 🙂 .

Nutzung im Job

Neben der Bildbearbeitung eines meiner Hauptthemen – ich habe eine Sauklaue. Im Ernst – nicht die sympathische Sauklaue eines Arztes oder dergleichen. Meine Schrift geht über das Normalmaß an Verwirrung, Lesbarkeit und Schönheit hinaus. Und glaubt mir – ich habe schon alles probiert. Muss wohl daran liegen, dass ich, seitdem ich 8 Jahre alt war, lieber Tastaturen als Briefbögen gequält habe. Sehr zum Leidwesen meiner Lehrer. Im Job habe ich daher alles probiert, um das besser zu machen. Von der Nutzung meines Laptops als Notizbuch bis hin zum Erwerb teurer Schreibgeräte. Nichts hat mir Spass gemacht oder war einige Monate später noch lesbar. Und ich habe es wirklich probiert – die edlen Leuchtturm Notizbücher mit amerikanischen Rollerballs für ‚nicht-schwäbische-Preise‘ waren mein letzter Versuch.

Für mich macht ein digitaler Organizer Sinn – also eine Lösung, die meine Termine, Aufgaben und Notizen verwalten kann. Und das meistert das iPad einwandfrei. Notizen mit OneNote (Geschäft) und Evernote (Privat) sind schnell gemacht. Komplexe Sachverhalte mit Mind Mapping Werkzeugen aufbereitet. Kalender und E-Mails sind ebenfalls kein Problem, und mit der Kontakte App hat man alle seine Kontakte immer dabei.

iThoughts Mind Map App

Likes und Don‘t Likes

Nach der bisherigen Zeit mit dem iPad kann ich für mich folgendes Resumée ziehen:

Likes

  • Brilliantes Display – das beste Display, dass ich in über dreißig Jahren an einem mobilen Gerät bisher erleben durfte.
  • Performance – schneller als mein Arbeits-Laptop – und zwar nicht nur etwas schneller, sondern deutlich.
  • Ausdauernd – der Akku schafft es locker durch einen normalen Arbeitstag.
  • Vielseitig – es gibt für viele Dinge inzwischen Apps, die weit über das bisherige ‚wir-haben-eine-App-aber-sie-hat-wenig-Funktionen‘ Stadium hinaus gewachsen sind (Affinity Photo etc.).

Don‘t Likes

  • Teuer – selbst das WiFi only Modell schlägt mit Smart Cover und Pencil sowie 256 GB an Speicher (und weniger sollte man für die Bildbearbeitung nicht haben) mit 1.187,- Euro zu Buche. Für den Betrag bekommt man bereits einen leistungsstarken Laptop. Und zwar kein Einsteigermodell!
  • iOS – sort of. Mit iOS 11 hat Apple einen großen Sprung in die richtige Richtung gemacht. Apps können nebeneinander angezeigt oder überlagert werden. Es gibt ein Dock. Und Inhalte können über Drag&Drop zwischen Applikationen geteilt werden. Die Dateien-App ist aber noch nicht soweit. Zwar können sich dort inzwischen 3rd Party Apps integrieren. Wer aber hofft, dass das auch auf in beispielsweise Dropbox gespeicherte Offline-Inhalte bezieht, der irrt. Lösung: Documents von Readdle. Eine sehr gute Lösung.

Würde ich es euch empfehlen?

Diese Frage ist schwierig. Da iOS zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht ganz da ist, wo ein MacOS oder Windows stehen (und zwar ein gutes Stück davon entfernt!), muss das jeder mit sich selbst abmachen. Für mich funktioniert es. Ich nutze keine Spezialsoftware und bin auch kein begeisterter PC Gamer. Das mag bei jedem anders aussehen. Mein Tipp: Einfach mal ausprobieren im Apple Store. Und dann in sich gehen. Für mich hat es sich gelohnt.

3 Gedanken zu “IPad Pro 10.5 Zoll im Praxistest (erste Erfahrungen)

  1. Billy

    Absolut, bislang bestes iPad und iVm Pencil ein Traum. Habe ein Echtleder-Stilgut Case im Einsatz, welches wenig aufträgt und eine Stifthalter-Lasche ergänzt… KAVAJ hat für die 10.5″ Modelle die Berlin leider eingestellt…bin aber mittlerweile auch sehr zufrieden und das Display ist nun sogar besser zugänglich (dafür die Halterung im Case nicht ganz so gut).

    Aber rund 1.000 € in der 256 GB Variante mit WiFi und Cellular ist schon eine Hausnummer. Und ganz ersetzen kann ich das MacBook Pro dann leider doch nicht. Aber er ist definitiv seltener im Einsatz!

    Gefällt 1 Person

  2. Das Pro nutze ich auch gerne im Job. Als Notizenapp ist Nebo mit dem Stift ganz gut zu gebrauchen. Schön ist, dass das OCR sehr gut funktioniert und eine globale Suche möglich ist. Versuch die mal aus – vielleicht kommt sie auch mit Deiner Schrift zurecht.
    Und Agenda kann ich Dir sonst auch als Organisations- und Notizen-App ans Herz legen. Things nutzt Du ja.

    Gefällt 1 Person

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