Zuversicht nach SARS-CoV-2 (Corona)

Wir befinden uns gerade mitten in einer der schlimmsten Krisen der letzten Dekaden. Tagtäglich erreichen uns Nachrichten, die Sorgen machen. Beunruhigen. Es ist eine ernste Lage. Momentan müssen wir alles tun, um durch diese Lage möglichst gut durchzukommen. Doch wir werden es schaffen – und vielleicht spendet es auch Trost und Zuversicht, wenn wir nicht nur im Hier und Jetzt denken, sondern uns darüber Gedanken machen, was nach SARS-CoV-2 für Chancen in unserer Gesellschaft, Wirtschaft und für uns persönlich liegen.

Unsere Gesundheit rückt in den Vordergrund

Die Maßnahmen, die wir aktuell erleben, sind stellenweise drastisch: Ausgangsbeschränkungen, erhöhter Abstand untereinander, gesteigerte Hygiene. Wir sind auf einmal zurückgeworfen auf die Tatsache, dass Menschen untereinander nicht sehr aufeinander achten. In jeder normalen Grippesaison gibt es sehr viele Menschen, die ihre Hände nicht regelmäßig waschen. Die sich – trotz exponiertem Kontakt – nicht gegen die normale Grippe impfen lassen. Man schleppt sich krank zur Arbeit. Hustet in vollen Büros ungehemmt herum. Kurz: Man verbreitet die saisonale Grippeviren, als gäbe es einen Preis dafür zu gewinnen. Wie auch bei SARS-CoV-2 zahlen die Alten, Kranken und Schwachen den Preis für diese Ignoranz. Seien wir zuversichtlich, dass SARS-CoV-2 uns ins Gewissen redet. Und wir auch nach Corona Teile dieser Maßnahmen beibehalten und in uns hereinhorchen. Und so weniger Leute in Gefahr bringen, als bisher.

Flexibleres Lernen

Unsere Lehrmodelle sind hoffnungslos veraltet. Im Prinzip unterrichten wir unsere Kinder immer noch nach Modellen, die mehrere Dekaden alt sind. Totholz wird Tag für Tag ins Klassenzimmer geschleppt, und manche Gymnasiasten tragen mehr Kilos auf dem Rücken als Bundeswehrsoldaten während ihrer Wehrübungen. Gut, objektiv natürlich nicht. Aber unser Bildungssystem ist stark auf Frontalunterricht ausgerichtet. Der Takt des Lernens ist durch die Schulstunden und die Agenda der einzelnen Lehrer für alle vorgegeben. Schnellere Schüler werden ausgebremst, langsamere Schüler abgehängt. Auch hier dürfen wir zuversichtlich sein, dass nach SARS-CoV-2 ein Umdenken einsetzt. Viele Schulen experimentieren gerade mit alternativen Schulformen. In der Schule meines älteren Sohnes wird aktuell mittels Kollaborationssoftware unterrichtet (Microsoft Teams). Die Abgabe der Hausarbeiten erfolgt auf digitalem Wege. So wären Mischformen an Unterricht für ältere Schüler möglich. Und unsere Kinder werden so an digitale Werkzeuge herangeführt, die sie später in den Unternehmen sowieso beherrschen müssen.

Aber auch für Erwachsene besteht Grund zur Zuversicht. Führende Schulungsanbieter machen aus der Not aktuell eine Tugend und bieten Schulungen gerade virtuell an. Keine Reisen mehr von 10-20 Personen quer durch Deutschland, um neue Dinge zu lernen. Die Ökobilanz freut sich – und die meisten Familien auch, wenn die Ehefrau oder der Ehemann Abends daheim ist und nicht in Hamburg oder Nürnberg. Auch kann man so wichtige Einheiten aufzeichnen und sich so individueller auf wichtige Prüfungen vorbereiten.

Home-Office schlägt Flex Desks

Millionen Menschen werden aktuell in das Home-Office geschickt und arbeiten von zu Hause aus. Und auch, wenn diese Art des Arbeitens nicht für jedermann oder jederfrau umsetzbar ist (persönliche Situation, fehlende Räume, Berufsbild usw.) werden viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber beginnen, die positiven Zeiten eines selbstgestalteten Arbeitsumfeldes zu erkennen. Arbeitgeber müsen nicht mehr Räumlichkeiten für jeden Mitarbeiter bereitstellen. Und Arbeitnehmer können sich ihr Arbeitsumfeld, wo möglich, so einrichten das sie komfortabler und selbstbestimmter arbeiten können.

Flex Desks werden reduziert. Für alle, die mit diesem Konzept nicht vertraut sind: Unter Flex Desks versteht man die Aufhebung personalisierter Arbeitsplätze. Jeder Mitarbeiter kann prinzipiell an jedem Arbeitsplatz arbeiten. Das hat für die Unternehmen den Vorteil, dass sie weniger Arbeitsplätze vorhalten müssen, als Mitarbeiter existieren. Für die Mitarbeiter hat es den Nachteil, nicht mehr über eigene Arbeitsplätze zu verfügen. Keine persönliche Noten mehr oder die Anschaffung privater Arbeitsmittel mehr. Immer neues Einstellen von Headsets, Stühlen, Technik. Mehr Akzeptanz vom Arbeitgeber für Home-Office führt dann hoffentlich dazu, dass Home-Office mehr akzeptiert wird nach SARS-CoV-2.

Digitalisierung rückt mehr in das Bewußtsein der Gesellschaft

Denken wir in die Vergangenheit – beispielsweise einfach ins Jahr 1990. Könnt ihr euch vorstellen, wie Ausgangsbeschränkungen sich dort ausgewirkt hätten? Kontakte zueinander waren dort nur auf einer 1-1 Basis möglich, und zwar per Telefon. Oder Brief. Heute können wir uns zum virtuellen Feierabendbier via Videochat verabreden, mit mehreren Leuten gleichzeitig sprechen, uns über Messenger austauschen ohne 30 Pfennig pro Textnachricht zu bezahlen. Und das in Farbe, mit Ton und Bild. Hier liegt ein großer Punkt der Zuversicht – wir können auch sozial im Digitalen. Hier liegt eine große Chance. Zu begreifen, dass wir mit der Informationstechnologie die Welt ein gutes Stückchen besser, und kleiner, machen können. Mit großen Chancen für unsere (Arbeits) Gesellschaft, unsere Umwelt und unsere Zukunft.

In jeder Krise steckt auch die Chance, unsere Zukunft neu zu bauen. Festgefahrene Abläufe zu hinterfragen. Wir werden auch nach SARS-CoV-2 weitermachen und noch da sein. Aber mit dem Wissen aus der jetzigen Krise vielleicht einige Dinge besser machen können. Das sollte uns Zuversicht geben können.

(c) des Beitragsbildes: Wikipedia

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